04.04.2019 undsonstso @ Bisch-Chandaroff Werkstätten Dresden

Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es die Veranstaltung “undsonstso”, mit welcher der Verband der Kreativwirtschaft “Wir Gestalten Dresden” einen “Blick über den Tellerrand” bieten möchte. Dieses Mal wurde zu einem Besuch bei den Bisch-Chandaroff Werkstätten in Dresden-Blasewitz eingeladen.

Manufaktur für Möbel und Interieur-Design

Mit 10 Mitarbeitern produziert die Firma Bisch-Chandaroff Werkstätten in Dresden-Blasewitz hochwertige Möbel und Inneneinrichtung. Die Zulieferer-Betriebe sind aus der näheren Umgebung, wie dem Erzgebirge und der Lausitz, aber auch aus anderen Ländern wird von vertrauensvollen Herstellern Stoff gekauft. Die Qualität wird sichergestellt durch persönlichen Kontakt und Kontrolle der Herstellung vor Ort.

Vorhänge nähen und Kissen beziehen war einmal

1970 wurde die Firma von Karlfried Bisch-Chandaroff in Dresden-Neustadt gegründet und hatte seinen Sitz auf dem Bischofsweg 7, gegenüber dem bekannten Programmkino “Schauburg”. 1992 erfolgte der Umzug an den jetzigen Standort in dem Villenviertel nahe dem Blauen Wunder. Der Junior übernahm nach und nach die Geschäfte und stellt sich erfolgreich dem harten Wettbewerb.

Polsterer, Tapezierer, Raumausstatter, Dekorateur

Die Berufsbezeichnung hat sich im Laufe der Jahre gewandelt, ebenso die Aufgaben und die Herausforderungen. Grundsätzlich geht es aber darum, einen Raum hochwertig und ansprechend zu gestalten, hinzu kommt das gesteigerte Umweltbewusstsein.

Früher Materialbeschaffung, heute Kundengewinnung entscheidend

Wie kommt man an die Menschen oder Organisationen heran, die das wollen, was man macht? Neben persönlichen Kontakten und Weiterempfehlung müssen auch neue Wege für den Vertrieb gesucht werden. Man kann sich nicht auf der langjährigen Tradition aussuchen. Das Cradle-to-Cradle Prinzip wird angestrebt, also alles sollte möglichst kurze Transportwege und fast vollständig recyclebar sein.

Menschen erreichen, die Werthaltigkeit verstehen

“Wir kennen die Menschen, die unsere Stoffe herstellen”, sagen die Geschäftsführer Ralf und Jörg Bisch-Chandaroff. In manchen Produkten wo “Made in Italy” drauf steht ist nicht mehr viel davon enthalten. “Wie viel Schaf aus Schottland steckt in schottischen Karo? Bei dem Lieferant Harris Tweed in Schottland werden die Webstühle noch mit Menschenkraft angetrieben und man kann sich vor Ort von den nachhaltigen Produktionsbedingungen überzeugen. Die Sicherstellung der Lieferkette und umweltfreundliche Herstellung sorgt für das Vertrauen, was die Kunden zu schätzen wissen.

Mit Hilfe von Multiplikatoren kann das Vertrauen weiter gegeben werden. Eigene Messebesuche sind aufwändig und teuer, man wird oft erst ab dem 3. Besuch einer Messe überhaupt wahrgenommen. Das zeigen eigene Erfahrungen auf Messen wie der Dresdner “Room und Design” oder anderen. In die Schweiz auf eine Messe zu fahren verursacht viel bürokratischen Aufwand die Waren ein- und wieder auszuführen.

Wer kauft Rosshaar-Möbel mit Holz aus dem Erzgebirge?

Geschätzte 40 der Kunden sind Privatleute, der restlichen Anteil sind Aufträge von Öffentlichen Einrichtungen und Bestellungen von Gewerbe. Das sind Hotels, Restaurants, aber auch Rechtsanwälte und Hersteller von Industrieprodukten. Dahinter steht immer der Anspruch auf etwas Besonderes und Werthaltiges.

Es gibt einige, die sich von dem Trend der Massenfertigung abwenden und das handgefertigte schätzen. Bei den “Tagen des europäischen Kunsthandwerks” ist auch die Werkstatt von Bisch-Chandaroff offen, ebenso wie zahlreiche andere Betriebe an diesem Wochenende. Alle Infos zu den Veranstaltungen auf https://kunsthandwerkstage.de/

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