1. Robotik Meetup Dresden am 17.01.2019 – Rückblick

Das Meetup für “Robotik Enthusiasten” wurde von Tobias Göcke ins Leben gerufen. Mit seiner Plattform SupraTix  hat sich Tobias zum Ziel gesetzt hat, das Lernen “smarter” zu gestalten  – mit Hilfe von digital-real gemischten Lernumgebungen.

Immer öfter werden analoge Dinge mit digitalen Schulungsprogrammen verbunden. So etwa auch die modularen Spielzeug-Roboter der Firma Kinematics GmbH.

Tinkerbots – von der Idee bis zur Gründung

Christian Guder, Technischer Leiter und Mitgründer von Tinkerbots, erzählte kurz von der Erfindung dieser modularen Roboter: Bei einer Projektarbeit im Rahmen des Produktdesign-Studiums an der Bauhaus Uni in Weimar hatte sein Kommilitone Leohard Oschütz seine “Wunschmaschine” entwickelt. Der Prototyp für dieses Baukasten-Prinzip entstand 2009, erst 2 Jahre später wurde mit einem Dritten im Bunde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um das Robotik-Spielzeug zu produzieren.

Bis 2015 schliesslich die ersten Produkte produziert und verschickt werden konnten, war es ein langer Weg. Unzählige Wettbewerbe wurden bestritten und nach Fördermitteln ebenso gesucht wie nach einem passenden Standort. Weimar war schnell zu klein, Leizig als “Hypezig” erschien der nächste logische Schritt. Ein glücklicher Umstand brachte dann zusätzlich den Standort Bernau bei Berlin ins Spiel. So wurde Brandenburg das dritte Bundesland nach Sachsen-Anhalt und Sachsen, das als Standort für Tinkerbots ins Spiel kam.

Lego-kompatibles Robotik-Lernspielzeug neben der Carrera-Bahn?

In Deutschland ist das Status-Symbol noch immer das Auto, das Haus oder das Boot, während in aufstrebenden Ländern bereits alles in die Zukunft der Kinder investiert wird. Auch die Verhandlung mit klassischen Spielzeug-Händlern erwies sich daher als schwierig. Dennoch konnten schließlich Partner für den Vertrieb gewonnen werden. Christian Guder weiß aus eigener Erfahrung: TV Werbung und POS-Aktionen sind oft nur Strohfeuer, wichtiger sind Verkäufer, die mit den Einkäufern auf Augenhöhe verhandeln und erklären können. Schon ein großer Altersunterschied kann da die Welten trennen.

Heute liegen die wichtigsten Märkte im Ausland, vor allem in Russland und auf dem asiatischen Markt. Leider muss nach wie vor für jedes Land eine separate Zertifizierung erfolgen und natürlich auch patentrechtlicher Schutz beantragt werden.

Die Möglichkeit, die Module der Tinkerbots mit Lego-Bausteinen zu verbinden, eröffnet schier unendliche Möglichkeiten. Lego verfolgt selbst mit seinem Robotern einen etwas anderen Ansatz. International gibt es auch noch andere ähnliche Anbieter von Robotik-Spielzeug für Kinder, aber nicht in dieser Modulbauweise wie das Tinkerbots geschafft hat. So wäre zum Beispiel auch ein Quadrocopter-Modul denkbar, aber das Spielzeug wäre dann eher was für “erwachsene Kinder”.

My First Robot, Lomo, Robotics und Arduino Sets

Arduino ist eine bereits in der Programmierer-Szene bekannte Plattform für “Physical-Computing”, die aus Hardware- und Software Komponenten besteht. Der erste Ansatz von Tinkerbots bietet vollständige Kompatibilität. Das ist auf der einen Seite gut für die Verbreitung und standardisiert Prozesse, aber auf der anderen Seite führt das zu Einschränkungen. Vor allem wenn für die Produktion notwendige Bauteile fehlen. Da ist schon mal ein bestimmter Mikrocontroller nicht auf dem Markt verfügbar und die gesamte Produktion steht. Um das zu vermeiden wurde die Kompatibiliät zu Arduino aufgegeben. My First Robot wendet sich an Kinder ab 5 Jahren, die Programmierung erfolgt am Tablet mit dem Verschieben von Puzzle-Symbolen.

Mit Lomo gibt es auch einen programmierbaren Roboter für Kinder unter 5 Jahren: Eine Robo-Schildkröte muss durch das Umstecken von Bausteinen auf einer Lego-artigen Leiste bestimmte Aufgaben auf einem Spielfeld lösen. An einer Steuerung mit Sprache wird noch gearbeitet, vielleicht mit der Open-Source Lösung “Common Voice” von Mozilla. Zunächst soll aber das Smartphone auf ein Tinkerbot gebracht werden, um vorhandene Hardware zu nutzen für bessere Schnittstellen. Verschiedene Sensoren wie Annäherungssensoren gibt es bereits für die Robotik-Sets.

 

Supratix – “Smart Learning Environments”

Um Roboter geht es auch bei dem reSTEMlab von Supratix. Das erste “cloud gesteuerte Labor der Welt” verbindet die Experimental-Simulation mit realen Experimenten und Forschungsaufgaben, erläutert Tobias Göcke. Mit der Ausgründung aus der TU Dresden unter dem damaligen Namen “Chemtix” wächst die Firma rasant dank dem Zuspruch aus der Industrie. ABB und andere große Player sehen in  dem Konzept von SupraTix erhebliches Potenzial für “Research as a service”.

Als weiteres Thema stand Sensorik allgemein zur Diskussion. Ein Teilnehmer berichtete in einem Vortrag darüber, welche bezahlbaren Sensoren es derzeit gibt und welche Möglichkeiten man damit hat.

Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Robotik Meetup.