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21.06.2018 Affiliate Stammtisch Leipzig – Rückblick

Der Affiliate Stammtisch in Leipzig wartet einmal im Jahr mit einer kompletten Konferenz mit spannenden Vorträgen zu interessanten Themen aus dem gesamten Bereich des Online-Marketings auf. Am 21.06.2018 war es wieder soweit.

Nach einer kurzen Begrüßung vom Gastgeber adseed wurde auch gleich an den ersten Speaker übergeben.

Vortrag 1: SEO zwischen Mobile und Voice

Marcus Pentzek spannte in seinem Vortrag “SEO zwischen Mobile und Voice Search” einen Bogen über die Geschichte der Suchmaschinen. Früher musste noch in Karteikästen geblättert werden als in “Star Trek” schon zum Computer gesprochen wurde und Scotty bei einer Zeitreise ins Jahr 1986 in die PC-Mouse sprach, um Befehle in den Rechenknecht einzugeben. 2015 hieß das Google Update “Mobilegeddon” und der Ansatz “Mobile First” war quasi schon gestern. Heute heisst es “AI first” mit immer besser werdenden Sprachassistenten wie Google Assistant oder Alexa von Amazon. “Voice Search”, also die Suche via Spracheingabe bei Google , ist bereits heute eine oft genutzte Funktion von Smartphones.

“Mobile First” – Bedürfnisse der Nutzer ändern sich

Die Suchanfragen von Desktop-Geräten unterscheiden sich von den Suchen, die über das Smartphone getätigt werden. Deshalb werden bei den mobilen Suchergebnissen auch Faktoren wie der Standort in der Relevanzbewertung mit berücksichtigt. Wer zum Beispiel auf dem Desktop “Chinesische Mauer” sucht, bekommt in der Regel Informationen zu dem Bauwerk, während mobilen Nutzern eher ein chinesisches Restaurant in der Nähe präsentiert wird, da zahlreiche diesen Namen tragen. Auch die Navigationsfunktionen könnten von einem Smartphone Nutzer stärker gewünscht sein, deshalb werden Angebote zur Routenberechnung auf dem Mobile Device bevorzugt ausgegeben.

Mit verschiedenen Tools kann man die “Mobile Friendliness” seiner Website testen, zum Beispiel mit dem Test auf Optimierung für Mobilgeräte von Google. Jeder Absprung ( das bedeuted: Ein Nutzer kommt auf die Website, ruft keine weitere Unterseite auf und geht wieder zurück zur Google Suche, um das nächste Suchergebnis anzuklicken) wird als negatives Signal gewertet für den Algorithmus der Suchmaschinen. Gute Inhalte für den Nutzer sind also extrem wichtig, vor allem auch die gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der Inhalte. Mobil optimierte Websites haben ca. 30% weniger Text als Desktop-Websites und die Anzahl der verwendeten Bulletpoints bei Aufzählungen ist geringer.  Eine hohe Ladezeit vergrault ebenfalls Besucher der Website, deshalb ist Page Speed ein wichtiger Rankingfaktor.

Search Without Screens – ein Wandel der Interaktion mit Nutzern kommt

In einer Studie zeit die Internationale Marketing Agentur NetElixier wie die Interaktion über Sprache den Bildschirm , z.B. beim Onlinekauf, überflüssig machen kann. Diese Entwicklung hat fundamentale Auswirkungen auf den gesamten E-Commerce Markt.

Satzbau verstehen und Wörter in Relation setzen

Die meist genutzten Anwendungen für Sprache sind derzeit noch: Anrufe tätigen, navigieren,  Text übersetzen oder ein Programm starten. Oft werden auch die so genannten W-Fragen formuiert, weshalb Sprachassistenten mit diesen Fragen getestet werden:

  • “Wann ist Fasching?”
  • “Was hilft bei Kopfschmerzen?”
  • “Was kommt heute im Fernsehen?”
  • “Was essen Igel?”
  • “Was sind Verben?”
  • “Wann wurde der Euro eingeführt?”

Searchmetrics hat 2018 einen ausführlichen Test von Google Home, Cortana und Siri durchgeführt, leider ohne Alexa. Im Ergebnis wird ein deutlicher Vorsprung von Google sichtbar die Fragestellungen zu verstehen, denn in der Google-Suche werden mit den Featured-Snippets direkte Antworten präsentiert. Die “direct Answers” auf Fragen wie zum Beispiel “Wie alt ist Donald Trump” sind noch einfach zu beantworten, während “Was kostet ein Brief” schon schwieriger ist, da es verschiedene Größen und Anbieter gibt.

Ok, Google, wie komme ich in die Antwortbox?

Zeige Google, dass deine Website die richtige Antwort hat.

  • verwende die wahrscheinlichste Formulierung der Frage
  • beantworte die Frage möglichst kurz
  • recherchiere mit deiner Formulierung der Frage für die Antwort
  • hilf Google zu verstehen, worum es geht

Beispielsweise “Was ist Superfood” oder “welches Superfood zum abnehmen” könnten Fragestellungen sein, die beantwortet werden können. Man sollte darauf achten, die Auszeichnung korrekt vorzunehmen und sich an schema.org orientieren. Das ist besonders für Produktbeschreibungen wichtig.

 

Vortrag 2: Top Trends im Affiliate Marketing

Amazon wächst im Retail Bereich derzeit definitiv am Stärksten. Chatbots und Sprachassistenten werden auch von anderen Industriezweigen zunehmend eingesetzt. Mercedes setzt auf Watson von IBM, BMW stattet seine neuen Wagen mit Alexa aus. Dass die Automobilbranche jetzt mitzieht mag wohl daran liegen, dass die Ü30 Generation am liebsten im Auto spricht. Kinder haben kein Problem damit, öffentlich zu einem Gerät zu sprechen, während es Erwachsenen noch befremdlich vorkommt. Facebook setzt auf einen Chatbot. Google möchte ein digitaler Assistent sein, der alles besorgen kann. Ob Konzertkarten oder Blumen bestellen, Flugtickets buchen oder Termine vereinbaren. Es geht darum, mehr und besser zu verstehen, was der Nutzer möchte.

Die KI des Musikstreamingdienstes Spotify stellt beispielsweise schon heute erstaunlich gut eine Musikauswahl zusammen, die zum Geschmack des Nutzers passt. Die Interaktion und Nutzung der Geräte und Dienste wird sich weiter verändern. Auf der einen Seite werden in 2 Jahren möglicherweise bereits die Hälfte der Suchanfragen über Sprache gestellt werden und an die Stelle von Facebook könnte ein bilderbasierter Dienst wie Instagram treten . Marketer werden zu Kommunikationsmanagern. Aus “Mobile First” wird “Mobile Only”. Mit der DSGVO und weiteren Einschränkungen im Tracking werden die Nutzungsmöglichekiten von Cookies immer weiter eingeschränkt.  Andere Formen der Erfolgsmessungen werden kommen und die heutigen ersetzen.

 

Vortrag 3: Tipps und Hacks für optimale SEO-Audits

Andre Goldmann hatte seinen Vortrag umbenannt in “Standards für optimale Rankingfähigkeit” und stellte die Folien zum Download bereit. Grundsätzlich sollte man folgende SEO-Faktoren im Blick haben:

  • Crawlbarkeit
  • Indexierbarkeit
  • Rankingfähigkeit

Regelmäßige Kontrollen der relevanten Einstellungen und Kennzahlen sind im SEO wichtig. Besonders wenn man sehr viele Domains verwaltet (und André Goldmann aka Pixeldreher verwaltet super mega viele Domains!) ist eine Automatisierung unablässig. Bei Fehlern kann man sich automatisiert ein Ticket im Projektmanagementsystem oder eine Nachricht im Chat-Tool Slack senden lassen. Das bietet zum Beispiel das kostenfreie RYTE (früher Onpage.org), MERJ oder Testomato. RUM Reports (Real User Monitoring) von Pingdom messen bei Nutzern die Ladezeit, aufgeschlüsselt nach Browsern und Geräten. Mit Hilfe einer benutzerdefinierten Benachrichtigung in Google Analytics kann man sich eine E-Mail schicken lassen, wenn zum Beispiel die Ladezeit mehr als 5 Sekunden beträgt.

Crawlbarkeit

Mit dem SEO-Plugin „Yoast“ für WordPress kann man einfach die Robots.txt im Blick behalten, muss jedoch darauf achten, dass das System nicht eventuell etwas überschreibt. Ein ungewolltes „disallow“ kann für das Ranking fatal sein, wenn man es nicht rechtzeitig bemerkt. Die Ladezeiten sollten ständig geprüft werden und niemals über 2 Sekunden sein. Eine ungewollte Veränderung der URL kann 404 Seiten erzeugen. Die Google Search Console (früher Webmastertools), Testomato oder Littlewarden helfen dabei 404 und Soft-404-Fehler aufzuspüren, deshalb sollte man das wöchentlich kontrollieren. Weiterleitungsketten können mit dem Screaming Frog SEO Spider und durch Deep Crawl aufgespürt werden. Inkonsistente, also oft wechselnde, Statuscodes sind ein schlechtes Zeichen.

Bei internen Verlinkungen ist auf eine niedrige Klickpfadtiefe (3 Klicks bis zur letzten Ebene) zu achten. Hierfür eignen sich wieder der Screaming Frog oder RYTE. Externe Links aus schlechtem Umfeld können sich negativ auf das Ranking auswirken. So sollte man nach ungewollten Worten filtern wie pron, pills, v..gra. Die Sitemap sollte keine noindex-Seite enthalten, was die Search Console von Google oder das Tool RYTE mit überprüft.

Indexierbarkeit

Unique Content und Vermeidung von Duplicate Content, keine Soft-404 und keine Keyword-Kanibalisierung  – alle diese Parameter kann man mit “Siteliner Pro” überprüfen. Dieses Tool überprüft die Anzahl von Worten die auffallend häufig vorkommen. So werden zum Beispiel die Navigationspunkte mit gezählt, was einem normalen Redakteur oft nicht auffällt, wenn er den Content erstellt. Der SEO-Spezialist sollte alle Elemente einer Seite aufeinander abstimmen, damit die Unterseite keine redundanten oder unwichtigen Elemente oder Links zu unpassenden Seiten enthält.

“Freitag ist Search Console Day”

Nehmt euch einen Tag, an dem ihr regelmäßig die Search Console prüft, ist der ernst gemeinte Ratschlag von Pixeldreher. Das Canonical Attribut sollte richtig verwendet werden und der Attributwert sollte auf die richtige Quelle verweisen. Das Meta-Attribut robots prüfen, wenn auf „Veröffentlichen“ gedrückt wird, dann erscheint die Unterseite meist automatisch in der Sitemap. Mit “Little Warden” kann der Vorgang überwacht und bei Abweichungen auch eine Nachricht gesendet werden.

Rankingfähigkeit

Im Wesentlichen kommt es auf folgende Punkte an:

  •  Content Qualität
  •  Onpage Optimierung
  •  Externe Links
  •  Ladezeit

Evtl ist auch das hreflang Attribut zu beachten. Die Chrome-Extension “SEO Dashboard” ist hier sehr nützlich.

 

Vortrag 4: Datengetriebenes Digitalmarketing

Tim Brettschneider, Gründer und Geschäftsführer der VOLL GmbH, sagt von sich selbst, er sei faul. Seine Mitarbeiter sagen, er sei wohl der Faulste in der ganzen Firma. Darin liegt sein Geschäftserfolg begründet. Denn er muss immer die Ideen seiner Kunden umsetzen und 90% der Ideen seien Mist. Der Kunde sagt: „ich brauche eine Facebook Page, Affiliate Marketing und irgendwas mit Einhörnern“ Der Kunde denkt „AdWords kostet nur Geld und Social Media bringt nichts“.

In Wahrheit wird oldschoolmäßig etwas lange ausprobiert, bis festgestellt wird, dass das Geld fehlinvestiert war. Als Beispiel nannte er einen Kunden der eine Fischzucht eröffnen und den Caviar verkaufen wollte. Aber ob die Zielgruppe überhaupt ein derartiges Produkt zu dem gewünschten Preis kaufen würde, blieb fraglich. Anstatt erst die Fische zu züchten und dann zu probieren die fertigen Dosen in einem teuer erstellten Online-Shop zu vermarkten, kann man den Prozess abkürzen mit einem einfachen Test Modell: Würden die Kunden überhaupt für eine Provision das Produkt weiter empfehlen ? Jahre am Markt vorbei entwickeln kann man sich sparen, indem man von Anfang an “smart” testet  – mit „Data driven Prototyping“, also quasi mit einem Papp-Aufsteller trainiert anstatt einem echten Kunden.

These-Test-Analyse-Anpassung

Die gewonnenen Daten werden dann analysiert. Das könnten zum Beispiel KPIs wie Klickrate (CTR), Conversion-Rate (CVR) oder Kosten pro Conversion (CPA) sein. Beim Testen sollte man nach Zielgruppen segmentieren oder auch nach Marketing-Kanälen. Tim Brettschneider testet auch seine eigenen Projekte mit Prototypen. Auf Marketingworkshop.de hat er mit Visual Composer und WordPress schnell eine Website erstellt, Paypal ist schnell eingebunden mit dem Gravity-Plugin. Mit dem Google Tag Manager und Google Optimize kann man einfach A/B-Tests der Landingpages einrichten. Ein Newsletter lässt sich mit Mailchimp einfach in WordPress realisieren. Im SEO-Plugin Yoast kann man die Seiten de-Indexieren, zumindest die Kopie sollte man den Suchmaschinen-Crawlern verbergen.

Data-Driven Marketing

Jeder darf einen Entwurf einreichen. Der Entwickler beschreibt das Problem, der Chef beschreibt die Lösung und der Vertrieb beschreibt den Mehrwert: „Gewinnen Sie mehr Kunden“.

Die Technik ist einfach. Das Problem sind die Hierarchien in Unternehmen: „Was passiert wenn mein Vorschlag besser ist als der vom Chef?“ Wichtig:  Das Ergebnis muss akzeptiert werden, egal wer die Vorlage erstellt hat.

 

Vortrag 5: ePrivacy & Co: Das Ende von Analyse und Advertising?

Peter Hense, Rechtsanwalt und Partner bei Spirit Legal LLP, malte in seinem Vortrag den Teufel an die Wand und beschrieb das Ende aller bisher bekannten und genutzten Marketing-Techniken, wie zum Beispiel Programmatic Advertising, Dynamic Pricing und Cross-Device Tracking.

Allerdings warnte Peter Hense auch vor falschen Vorstellungen der Strafen von Behörden und Angst vor Abmahnungen. Es seien meist Verbände, die Klagen anstrengen würden. Als Beispiel nannte er einen Fall, wo ein Telefkommunikationsanbieter widerrechtlich Daten aufgenommen und verwertet hatte. Mit der DSVOG (EU-GDPR) kam die “Fear of the unknown” ins Spiel. Im Klartext: Alte Männer haben Angst vor der neuen Technik, da sie diese nicht verstehen. Innovationen würden verhindert, da die Anstrengungen etwas neues zu lernen immer unbequem seien. Der Passus “berechtigtes Interesse” werde oft nur halb dargestellt, denn der voran gehende Begriff “überwiegend” werde weg gelassen. Mit diesem Wort allerdings ist es äußerst fraglich, was denn ein “überwiegend berechtigtes Interesse” sein soll. Google Analytics fällt möglicherweise nicht darunter. Völlig unklar ist auch, was “Einwilligung” heisst und wie die Einwilligung bei Kindern erfolgen kann oder muss. Eine Altersverifikation ist derzeit nur mit Postident rechtlich sicher möglich. Das würde bedeuten vor dem Besuch einer Website müsste man sich über die Post verifizieren lassen, alt genug zu sein, um einwilligen zu dürfen. Nun könnten aber mit “CMP” (“Consent Marketing Pages”) auch Verifikationen und Einwilligungen weiter gegeben werden.

Vorsichtsprinzip: Risiken müssten in Bilanz auftauchen

Wer kein Risiko aus möglichen Fehlern beim Datenschutz bilanziert, könnte dafür haftbar gemacht werden, wenn dann doch ein Schaden eintritt. Werden allerdings in einer Bilanz die Risiken angegeben, könnte die Einschätzung sein, dass absichtlich Risiken eingegangen werden. Die Bombe lauert also für so ziemlich alle Webdienste. Als “Privacy Professional” hat man die nächsten Jahre sicher gut zu tun und kann sich auch mit einem Studium des Europarechts ein gutes Arbeitseinkommen sichern.

Mit der ePrivacy Verordnung könnte es zu ernsthaften Konfliketen kommen zwischen den Telekommunikationsanbietern, die die Infrastruktur bereitstellen und den Dienst-Anbietern. Übrigens: Gut möglich, dass in Kürze Links Geld kosten. Mehr Infos zur Haftungsfragen bei Linksetzungen im Youtube-Kanal “Evil Legal” von Sprit Legal. Die Forderung an alle: Tut etwas gegen  die Zerstörung des Internets und nervt euren Abgeordneten im EU-Parlament mit einer E-Mail oder zumindest mit der Zeichnung einer Petition gegen die Reform des Urheberrechts.

Netzwerken auf dem Stammtisch nach der Konferenz

Mit Bier und Leckerem vom Grill konnte man im Anschluß an die Vorträge mit anderen Teilnehmern oder Speakern ins Gespräch kommen.

Die Moritzbastei in Leipzig neben dem Uniturm bietet mit ihren Kellergewölben und den Openairbereichen ein tolles Ambiente nicht nur für Konferenzen, Tagungen und Feiern, sowie Partys, Rock- und Popkonzerte.

Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns weiter mit Alexa über das Biertrinken.

Bis zum nächsten Mal beim Affiliate Stammtisch in Leipzig!