05.04.2018 FliptheFlop Night bei Sarrasani – Rückblick

Nachdem der Zirkus-Betreiber André Sarrasani bei der letzten Flip-the-Flop Night seine Geschichte des Scheiterns und Wiederaufstehens erzählte, war er nun Gastgeber des Abends in seinem Zirkuszelt am Einkaufszentrum “Elbepark” in Dresden-Kaditz.

Alexander Nast moderierte den Abend wie immer souverän und locker-flockig.

impulse: “Mein größter Fehler”

Dr. Nikolaus Förster übernahm vor 5 Jahren das Magazin “impulse für Unternehmer” und ist seitdem Chefredakteur. Die Übernahme kam aus der Not heraus, da der Verlag das Magazin aufgeben wollte  – aufgrund schlechter wirtschaftlicher Aussichten in der Printbranche. Inspiriert hat Dr. Förster immer die letzte Seite des Magazins “impulse”,  auf der gestandene Unternehmer im fortgeschrittenen Alter – endlich frei von Verantwortungsdruck – einmal über ihre größten Fehler sprechen konnten. Die gesammelten Werke fasste er in einem Buch zusammen, das plötzlich und unerwartet zum Bestseller wurde. Es gäbe also Redebedarf, wie Förster festellte, über das Thema “Scheitern” und die Angst “Fehler zu machen”. Aber Menschen, die im Beruf stehen, seien, so Förster, oft nicht geistig frei um über diese Themen zu reden. Das läge zum Einen an der Erfahrung und der Verantwortung, aber auch daran, dass man sich Zeit nehmen müsse, um auf seine innere Stimme hören zu können.

10 Lektionen

Das enttäuschte Vertrauen ist viel schlimmer als das verlorene Geld, meinte Nikolaus Förster, und präsentierte seine 10 Lektionen.

Kennzahlen aus der BWL sind zwar wichtig  –  aber die Unternehmenskultur spielt die wesentlich größere Rolle, ob ein Unternehmen langfristig erfolgreich ist.

Die Geschichten von gestandenen Unternehmern helfen Anderen, um Probleme greifbar und vorstellbar zu machen.

Seine größten Fehler sieht Förster in der fehlenden Balance zwischen Beruf und Privatleben. Doch aus Fehlern lernen hilft im Leben weiter zu kommen.

 

“Topf Secret” – Pleite trotz 300% Einsatz

Gregor Merker startete mit umfangreichen Erfahrungen als Koch, einen angefangenen Fernstudium der BWL, einem Businessplan und einem Kredit ins Lieferdienst-Geschäft ein. “Topf Secret” sollte nicht Pizza und Burger sein, sondern halbfertige Gerichte, die Kunden selbst fertig kochen sollten.

Bei den Kunden kam das auch gut an. Nur leider wurde die Website mit dem Bestellsystem nicht fertig, deshalb entschloß sich Gregor den Plan zu ändern und doch das kleine Ladenlokal als Restaurant zu betreiben. Ein Gastraum änderte jedoch die Anforderungen an die Finanzierung und die Personalplanung enorm. Gleichzeitig kochen und servieren, am Abend noch Reinigung und Abrechnung machen ist schwierig ohne ein gutes Team. Die Kundschaft des Lieferdienstes kochte zu seinem Erstaunen die Gerichte anders fertig, als er ursprünglich dachte. Fotos zur Beschreibung wären besser gewesen, das hätte aber mehr Kosten und Aufwand verursacht. Gregor stellte also nochmal insgesamt seinen Businessplan um und versuchte es im Team.

Leider musste er dann erkennen, dass auch 300% Anstrengung nicht zum Erfolg führen können, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, sich selbst zu reflektieren. Hinterher fragt man sich dann, warum man die Fehler nicht gesehen hat, obwohl man sie hätte erkennen können und müssen. Jetzt hat er mehrere Jahre alles gegeben und unter Hartz4 Niveau gelebt, dennoch ist er froh, dass mit dem Insolvenzverfahren alles auch mal zu einem Abschluß kommt und der Druck raus ist.

 

Peter Escher – sein eigener Fall

Als TV-Moderator wurde Peter Escher bekannt mit seiner erfolgreichen Sendung “Ein Fall für Escher” im MDR-Fernsehen. In vielen Jahren half Peter Escher Menschen, die in Schwierigkeiten gekommen waren, finanziell ausgebeutet oder von Krankheit gebeutelt.

Peter Escher erzählte von seinem wirtschaftlichen Scheitern mit seiner eigenen Sendung “Escher hilft” durch das blinden Vertrauen auf Geschäftspartner. Aufgegeben hat Peter Escher dennoch nicht, da er durch die Erfahrungen mit der Leidensgeschichte anderer zuversichtlich ist. Gesundheit. so Escher heute,  ist viel wichtiger als Geld.

 

Nachreiche der letzten FlipTheFlop Night

Die auf der letzten FliptheFlop Night versprochene Spende überreichte der Organisator Sören Frost an Simone Saloßnick, die für den Verein Sonnenstrahl e.V. sammelt und so krebskranke Kinde unterstützt.

Nächte der Fuckup-Stories gehen weiter

Sören Frost stellte seinen neuen Partner vor. Na hoffentlich wird das kein Flop!

😉

Wohlan!